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Negative Sozialkontrolle

Hier in Österreich oder Deutschland sind wir Frauen es gewohnt frei zu leben, so zu leben wie wir es für richtig halten. Wir gestalten unseren Tagesablauf so wie es uns gefällt, suchen unsere Freunde selbst aus, tragen was wir wollen und haben in allen möglichen Situationen das Recht frei zu entscheiden. Doch es gibt immer noch Kulturen, in denen genau dieses Recht nicht selbstverständlich ist. 

 

Familie, Freunde, Nachbarn oder Bekannte mit demselben Glauben üben massiv Druck aus. Viele Muslimische Mädchen zb. müssen sich an unzählige Regeln halten ohne auch nur ansatzweise das Recht zu haben frei entscheiden zu dürfen, immerhin lastet die Ehre der Familie auf ihren Schultern. Dass das Leben für diese Mädchen nicht einfach ist erklärt sich von selbst. Die ständige Angst etwas falsch zu machen und, wie in dem Buch beschrieben, als Schamlos oder Ehrenlos bezeichnet zu werden, überschattet alles. 

 

Das Schlimmste an dem ganzen ist für mich, dass diese soziale Kontrolle oft von zwei Seiten ausgeübt wird. Das Elternhaus will beispielsweise, dass ihre Tochter den Hidschab trägt, weil es eben ihre Religion ist, ganz egal ob sie jetzt zb in Deutschland wohnen. Selbst wenn das Mädchen diesen nicht tragen will, wird sie es tun, aus oben genannten Gründen. Ich stelle mir hier gerade ein unglückliches Mädchen vor, immerhin beugt sie sich dem Willen ihrer Eltern/ ihrer Religion und steckt ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche komplett zurück. Aber sie wird es vermutlich trotzdem nicht einfach haben, denn es kommt oft vor, dass Hidschab Trägerinnen dann in der Schule gemobbt werden, weil sie anders sind und hier nicht der Norm entsprechen. Sie bekommen es körperlich und psychisch zu spüren. Und genau solche Beispiele meine ich, wenn ich sage, dass die soziale Kontrolle von zwei Seiten ausgeübt wird. Natürlich ist das hier der Extremfall, es gibt auch viele muslimische Eltern, die das nicht so streng sehen und auch nicht überall wird deswegen gemobbt, außerdem tragen viele es bestimmt freiwillig.  In Schamlos gibt es hier verschiedene Beispiele dazu, wie die Kleidung im Schwimmunterricht, den Hidschab, Schminke usw., wo es die Mädchen in Wahrheit niemandem Recht machen können und von zwei Seiten den Druck zu spüren bekommen. 

 

Aber jemanden das Recht zu nehmen selbst über sein Leben zu entscheiden, das darf einfach nicht sein. Weder früher, noch heute. Jeder Mensch MUSS das Recht haben frei zu sein und selbst zu bestimmen. Ganz egal welche Religion dahinter steht, was derjenige trägt oder auch nicht, mit wem die Person zusammen ist und und und….. Leben und leben lassen, das sollte sich hier jeder zu Herzen nehmen. 

 

Ich hoffe, dass “Schamlos” große Wellen schlägt und vielen Betroffenen hilft, denn die Freiheit, die für uns selbstverständlich ist, sollte für jeden selbstverständlich sein dürfen!

 


Schamlos

Schamlos

Nancy Herz, Sofia Nesrine Srour und Amina Bile sind Muslimas, Bloggerinnen und Feministinnen. Die Autorinnen, alle in den 1990ern geboren, haben ihre Bewegung in den Medien als „Die schamlosen Mädchen“ gestartet und sich v.a. dem Thema „Negative Sozialkontrolle“ angenommen.

In „Schamlos“ erzählen sie, wie es sich anfühlt, ständig zwischen den Erwartungen ihrer Familien, ihrer kulturellen Identität und ihrem Selbstverständnis, als Jugendliche in einem westlichen Land zu leben, hin- und hergerissen zu sein. Dies ist eine Sammlung sehr persönlicher Geschichten, die nicht nur schonungslos ehrlich sind, sondern auch den Blick öffnen für das, was sonst nur hinter verschlossenen Türen besprochen wird.

Quelle: Amazon

 

 

Autor: Nancy Herz, Sofia Nesrine Srour und Amina Bile

Verlag: Gabriel (Thienemann-Esslinger)

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