t wie Terror
#pinkysbloggerabc

Pinkys Blogger ABC – T wie Terror

Hey ihr Lieben,

eigentlich wollte ich euch schon vor zwei Wochen mit dem Buchstaben T beglücken. Mit Worten wie Taschenbuch, das der kleine Bruder vom Hardcover ist, mit dem Thema Trauer in Büchern, das mich zuletzt in Amber Eyes so richtig zum heulen gebracht hat. Aber irgendwie fühlt sich das alles nicht richtig an, weil mein heutiges T einfach präsent ist und uns gerade erst erschüttert hat.

Und deswegen verwandle ich das Pinkys Blogger ABC heute in einen anderen Beitrag, weil ich einfach das Gefühl habe darüber sprechen zu müssen, ein bisschen Luft rauszulassen.

 

Mittlerweile musste die Welt schon viel zu viele Terroranschläge einstecken und zurück bleibt immer nur die Frage: WARUM??!!?? Warum gibt es so kaltblütige Menschen, die solche niederträchtigen Anschläge ausüben? Warum müssen unsere Kinder in einer phasenweise richtig grausamen Welt groß werden? Warum gibt es Menschen, die sich am Leid anderer ergötzen? Warum kann es nicht einfach friedlich sein?

 

Gestern Abend bin ich im Wohnzimmer gesessen und wollte gerade zu lesen beginnen, als auf meinem Handy ein Video eintrifft, mit der Meldung : Terror Anschlag in Wien. Meine erste Reaktion? Ach Blödsinn, sowas passiert hier nicht. Ja das war tatsächlich mein erster Gedanke. Auch wenn man in den letzten Jahren, Monaten und Wochen bei viel zu vielen Terrorangriffen mit anderen Ländern mitgelitten hat und immer im Hinterkopf hatte, dass es einfach jeden erwischen kann, hat anscheinend doch die leise Hoffnung in mir gelebt, dass so etwas hier nicht passiert. Meine Heimatstadt, die Heimatstadt meiner Familie, der sichere Hafen (auch wenn Wien halt eben anders ist), die Bundeshauptstadt……. hier ist man doch sicher. Ja, ich wusste, dass die Welt grausam ist, aber ich dachte nicht, dass ich das in unmittelbarer Umgebung zu spüren bekommen werde, bzw. habe ich es gehofft. Doch binnen weniger Minuten ist mein sicheres Kartenhaus in sich zusammen gebrochen.

Ich muss gleich dazu sagen, wir waren die ganze Zeit in Sicherheit zu Hause, doch obwohl wir wussten, dass der Anschlag in einer Entfernung von 20 Minuten passierte, war die Angst doch sehr schlimm. Das Handy überforderte mich, plötzlich gab es Unmengen an Chats die aufploppten, Videos die geteilt, Bilder die versendet wurden, Unmengen an Sorgen weil Bekannte und Bekannte bzw. Familie von Freunden sich genau dort befanden, unzählige verschiedene News in den Nachrichten, die Ungewissheit wie es weiter geht. Überforderung, Angst und Bestürzung pur.

 

Man ist gefangen zwischen einer Schockstarre und absolutem Unglauben. Meiner Heimat passiert doch sowas nicht! Doch die Berichte und Videos bewiesen das Gegenteil. Schlagzeile um Schlagzeile wurde verfolgt und das Handy wurde weiterhin überflutet von Nachrichten. Der größte Fehler in so einer Situation ist es, sich die Bilder und Videos anzuschauen. Denn dieses eine gottverdammte Video geht mir einfach nicht mehr aus dem Kopf! Wie eiskalt der Täter einen harmlosen Passanten anschiesst, weitergeht, kurz darauf wieder zurück kommt und nochmal auf den am Boden liegenden Passanten schiesst……. und wieder die einzige Frage, die einen beschäftigt: WARUM??!!??

Dann kommen zu der ohnehin schon riesigen Tragödie noch die Vögel dazu, die die Falschmeldungen raus hauen, oder diese die es witzig finden wenn sie in den Bezirken herum schießen, damit jeder ängstliche Bürger noch mehr Angst bekommt, weil er denkt, dass sie überall sind. Als ob die Situation nicht ohnehin schlimm und besorgniserregend genug wäre.

Ja, ich war in Sicherheit und doch hatte ich Angst. Angst um all die Passanten in der Innenstadt. Angst um die Einsatzkräfte, die so mutig für unser Wien einstanden und es noch immer tun. Angst um meine Kinder, meinen Mann, meine Familie und Freunde und Angst davor, was noch alles auf uns zukommen würde.

 

Man zweifelt an der Menschheit, man zweifelt an der Welt in die man seine Kinder hineingeboren hat und ist im Moment einfach nur erschüttert. Und man zweifelt an der Justiz…… denn nach wie vor stellt sich mir die ganz große Frage, warum jeder Pups sofort ewig lange Strafen bekommt und einer, der offenkundig ein IS-Terrorist ist und deswegen sogar einsitzt, nach kürzester Zeit wieder freigelassen wird, aufgrund positiver Zukunftsprognosen, da dieser ja erfolgreich resozialisiert wurde. Nein, liebe Justiz! Einen Terroristen kann man nicht in ein paar Monaten resozialisieren, das muss doch jedem klar sein. Das ist nicht einfach nur irgendein Wischi Waschi Ding, das sind Terroristen….. solche die kaltblütig Menschen auf niederträchtigste Art und Weise ermorden und die vor nichts zurück schrecken, nicht mal vor dem eigenen Opfer, dass der so oft damit verbundene Sprengstoffgürtel der um die Brust geschnallt wurde, mit sich bringt. Überdenkt dieses System!! Und auch die Anwälte sollten in Zukunft mal besser überlegen, ob sie solche Täter wirklich vertreten wollen. PR und Geld sind einfach nicht alles im Leben!


Und auch wenn gestern das noch ziemlich heile Wien mit einem Schlag vernichtet wurde, und ich nach wie vor noch an der Menschheit zweifle, habe ich heute etwas gesehen das mich wahnsinnig berührt hat. Posts von Menschen die gestern mitten im Geschehen gefangen gewesen sind, die sich aber gegenseitig unterstützt und sich geholfen haben, haben heute ihre Geschichten erzählt. Lokale, die die Menschen so gut es geht in ihren 4 Wänden versorgt und beschützt haben, Bewohner der inneren Stadt, die die Passanten zu sich in die Wohnung in Sicherheit gebracht haben, ein Straßenbahnfahrer der zwischen den Stationen so oft wie möglich alle herum laufenden Menschen eingesammelt hat um sie zu beschützen, und vieles mehr. Wirklich berührende Geschichten, die zeigen, dass die Menschheit noch nicht komplett verloren ist!

Obwohl ich gestern der Meinung war, dass ich nicht wüsste, wie ich in so einer Situation nicht an Wut denken soll, haben mir diese Posts heute doch wieder Mut gegeben. Denn sie zeigen Zusammenhalt….sie zeigen Hoffnung auf eine Welt, die sich doch noch wandeln kann ….sie zeigen, dass doch noch alles besser werden kann! Und daran halte ich jetzt fest! 

Wien hält zusammen. Wir werden diese Tragödie erst verdauen müssen, werden die Angst und die Bestürzung nicht so schnell wieder los werden, aber wir werden nicht aufgeben und wir werden uns nicht unterbekommen lassen! Wien ist anders – aber Wien ist dennoch unser Zuhause. Ein Zuhause, das entgegen vieler Meinungen doch lebenswert ist.

 

Danke an alle Einsatzkräfte, die gestern ohne mit der Wimper zu Zucken unsere Heimat so gut es ging beschützt haben – ihr seid Helden! Mein Beileid an all die Hinterbliebenen, euer Verlust tut mir wahnsinnig leid. Und all den Verletzten wünsche ich, dass sie schnell wieder gesund werden.

 

Außerdem wünsche ich uns allen, dass wir das Unbehagen wieder los werden können und den Glauben an das Gute im Menschen nicht verlieren.

Ich hoffe, dass die Welt den Terrorismus endlich stoppen kann und, dass sie endlich wieder friedlicher wird. Dass jeder von uns seinen Teil dazu beiträgt, dass die Welt zu einem besseren Ort wird, damit unsere Kinder in einer schönen und friedlichen Zukunft leben können!

 

Und weil Wien eben anders ist:
#schleichdiduoaschloch

 

Passt auf euch und eure Liebsten auf! Und verliert die Hoffnung nicht! 

 

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