Rezension

Der Orkfresser von Christian von Aster

 Aaron Tristen hat mit seiner Fantasyreihe »Engel gegen Zombies« Berühmtheit erlangt. Da legt er sich auf einer Buchpremiere mit einigen als Orks verkleideten Fans an. Von nun an beginnt ihm sein Leben zu entgleiten. Unter falschem Namen nimmt er an einer literarischen Selbsthilfegruppe teil und die Grenzen zwischen Literatur und Wirklichkeit beginnen zu verschwimmen. 
 
Aaron Tristen hat genug vom Autorenleben: Nachdem er bei der Premiere seines Endzeitepos »Engel gegen Zombies« eine Horde Orks verprügelt hat, beschließt er, sein Leben zu ändern. Dabei kommt ihm allerdings ungelegen, dass ihn einer der Orks verklagen will und ein anderer schwanger von ihm ist. Im Zuge eines Selbstfindungstrips landet er schließlich in einer therapeutischen Gruppe, in der er mit der Essenz des Geschichtenerzählens konfrontiert wird. Unter neuem Pseudonym verläuft er sich an der Seite Don Quijotes im Wunderland, sieht Pu den Bären zu William von Baskerville werden und Graf Dracula anstelle Robinson Crusoes auf einer einsamen Insel stranden. Zwischen Irrsinn und Legenden mischen sich Vorstellung und Wirklichkeit derart, dass am Ende sicher ist: Literatur ist nicht mehr als nur eine zärtliche Lüge. Aber eben auch nicht weniger.
 
Verlag: Klett-Cotta
Seiten: 360

 

 
Aaron Tristen ist wohl der zynischste Kerl dem ich jemals begegnet bin, dieser Tatsache ist es auch zu verdanken, dass ich während dem Lesen wirklich oft schmunzeln musste. Seine Sicht der Dinge ist einfach einzigartig. Mit seinem Leben unzufrieden, beschließt er einen „Selbstfindungstrip“ zu machen, und so fängt der ganze Wahnsinn an, bei dem man außerdem einen zynischen Einblick in die Bücherwelt erhaschen kann.
 
Wenn ich sage Wahnsinn, meine ich das hier auch wortwörtlich. Es waren wirklich eigenartige Szenen dabei und nicht nur einmal habe ich mir die Frage gestellt wo dieser ganze Irrsinn hin führen wird. Mit so einem Ende wiederum habe ich nicht gerechnet. Wer glaubt, durch den Klappentext erahnen zu können, wie das Buch wird, der täuscht sich. Denn damit kann man einfach nicht rechnen. Trotz des ganzen Wahnsinns, an dem hauptsächlich die Pillen schuld sind, wurden trotzdem auch ein paar schwerwiegende Themen angesprochen und es zeigt sich dass einfach jeder ein dunkles Geheimnis hat.
 
Durch den Schreibstil hatte ich schnell das Gefühl mittendrin zu sein, inmitten von Halluzinationen und Wahnsinn. Ob das schön war? Ich muss gestehen das war es nicht immer, manchmal schon sehr witzig aber auf Dauer hat es mich doch etwas kirre gemacht. Also Finger weg von Pillen- ob das die Botschaft des Autoren an uns sein sollte? 
 

Ein Buch mit Unmengen an literarischen Werken, treuen Wegbegleitern, dunklen Geheimnissen, voller (hab ich das schon erwähnt?) Irrsinn und einem Selbstfindungstrip,den man so bestimmt noch nicht erlebt hat.

 
 

 

 
 
 
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