Rezension

Tanz der Sonne entgegen von Mela Wagner

»Du bist nicht hier, um jemanden zu kopieren – schließ einfach die Augen und tanz mit mir!«

Mona ist komplett anders als ihre ehrgeizige Schwester Rebecca, eine dünne Ballerina. Sie ist klein, wildgelockt, ein bisschen verrückt – und etwas mollig.

Zudem hat sie ein Geheimnis: Mo bloggt, als Ausgleich zu ihrem langweiligen Jurastudium. Sie schreibt über alles, was sie bewegt. Leckeres Essen, die verrücktesten Eissorten und coole Events. Als sie von der angesagten Sundance Party in einem verlassenen Hochhaus erfährt, will sie darüber berichten.

Genau dort lernt sie IHN kennen. Liebe auf den ersten Blick? Neal ist groß, äußerst selbstbewusst und zieht Mona mit seinem dunklen Rockstar-Blick sofort in den Bann. Er, der aus tausend Frauen wählen kann, flirtet ausgerechnet frech mit Mo? Eigentlich tanzt sie sonst nicht, aber mit ihm wagt sie den Versuch und schwebt fast dem Sonnenaufgang entgegen! Ein tolles, himmelstürmendes Gefühl!

»Tanz mit mir der Sonne entgegen!« Nichts lieber als das, bis Mo sieht, dass sie nicht die Einzige ist, mit der Neal tanzt …

 
 Autor: Mela Wagner
Seiten: 384
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar
 
Das Cover ist ein richtiger Hingucker. Durch diese Schlichtheit, immerhin steht ja nur das tanzende Pärchen im Fokus und dem Glitzer rund herum, ist es wirklich etwas Besonderes. Auch wenn man das Pärchen nicht bis ins Detail sieht, finde ich beide super passend für den Inhalt.

Mona ist kein Model, was ich besonders gut fand. Sie hat mit mangelndem Selbstbewusstsein zu kämpfen, mitunter auch mit Mobbing Attacken und dem ewigen Druck, nicht im Schatten ihrer Schwester zu stehen. Ich habe Mona von Anfang an gemocht. Sie hinterfragt gerne alles, hat immer einen genialen Spruch auf den Lippen und ist einfach total süß. Bei dem was sie durchmachen musste, fand ich es wirklich sehr verständlich, dass sie so ist wie sie ist. 

Wenn ein Mensch absichtlich jemand anderen mit seinen Worten kränken will, ist er bemitleidenswert. Alles entsteht aus einer Unsicherheit. Sie selbst wollen von ihren eigenen Fehlern ablenken.

Neal ist das komplette Gegenteil. Ihm fehlt es nicht an Selbstvertrauen, er ist gut trainiert und Tänzer. Man könnte also glauben, dass alles perfekt ist, doch auch er hat immer wieder mit den Dämonen aus seinem Leben zu kämpfen. Neal hat mir recht schnell gezeigt, dass er genauso liebenswert ist, wie Mona. Auch wenn er manchmal doch etwas zu selbstsicher gewirkt hat, hat er anderen nie das Gefühl gegeben, dass sie weniger wert sind als er. Er hat nie auf Monas Schwächen rumgetrampelt, ganz im Gegenteil sogar, er hat sie immer aufgebaut.

Der Schreibstil der Autorin hat mich von der ersten Seite gepackt, ich fand sowohl die Charaktere als auch die Orte perfekt ausgearbeitet und sehr gut vorstellbar. Natürlich war es besonders schön, dass dieses Buch in meiner Heimatstadt spielt. Mich haben die Handlungen komplett mitgerissen, zum nachdenken gebracht und phasenweise habe ich das Bedürfnis gehabt, den ein oder anderen mal ordentlich durchzuschütteln. Dass die Geschichte aus Monas Sicht geschrieben wurde, hat mir sehr gut gefallen, denn so konnte ich noch besser in ihr Leben und ihre Gefühle eintauchen.

Wir leben ständig im Vergleich, was uns letztendlich unglücklich macht. Aber mal ehrlich Mo, unser einzig wahrhaftiger Gegner, gegen den wir verlieren können, sitzt in unserem Kopf.

Hier geht es um so viel mehr als nur um eine einfache Liebe. Es geht um Selbstzweifel, Mobbing, Vergleiche, dem ständigen Druck von außen, festgefahrene Meinungen, Oberflächlichkeiten aber auch um Hoffnung, Liebe, dem Loslassen und den Mut, eigene Wege zu gehen.

Ich fand das Buch wirklich genial, mitreißend und zum nachdenken,  deswegen lege ich euch dieses sehr ans Herz.

 
 
 
 

 

Du darfst diesen Beitrag gerne teilen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code