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(Thrillerfestival) Protainterview mit Detective Sergeant Ethan Ward

Heute darf ich Detective Sergeant Ethan Ward vom New Scotland Yard ein bisschen für euch ausquetschen. Wir treffen uns in einem kleinen gemütlichen Café und ich bin wahnsinnig aufgeregt. Ich öffne die Tür zu meinem Lieblingscafe, blicke mich um und sehe ihn auch schon. Äußerlich komplett ruhig, innerlich wahnsinnig nervös, trete ich an seinen Tisch, setze mich und strecke ihm meine Hand entgegen.

(Ward steht kurz auf, nickt, und ergreift die Hand mit einem festen, aber nicht schmerzhaften Händedruck. Vor ihm steht ein schwarzer Kaffee. Er wirkt etwas erschöpft)

Guten Tag Detective, schön dass sie es einrichten konnten. Wie geht es Ihnen?

(zwingt sich zu einem Lächeln) Kann nicht klagen. Uns geht die Arbeit niemals aus. (lacht)

Zuallererst könnten Sie sich bitte vorstellen, damit unsere Leser ein besseres Bild von Ihnen bekommen?

Na ja, meine Name ist Ethan Ward und bin als Detective Sergeant Ermittler beim New Scotland Yard, seid ich die Army verlassen habe.

Sie arbeiten für Scotland Yard, wie darf man sich die Arbeit dort vorstellen? Unregelmäßige Dienstzeiten? Durchgearbeitete Nächte? Keine Freizeit?

(lacht) Freizeit? Was ist das? Glauben Sie, die Verrückten dort draußen arbeiten zwischen acht und siebzehn Uhr? Ein Detective des Scotland Yard ist immer im Dienst. Auch Nachts. Vor allem Nachts, wenn die aus ihren Löchern kriechen. Aber ich liebe meinen Job und hasse, das er getan werden muss. Und weil er mein Leben zerstört hat.

Hatten Sie schon immer den Wunsch Detective zu werden oder wie kam es dazu? Was gefällt ihnen besonders an ihrem Beruf?

Hatte sehr persönliche Gründe. Bei der Army war ich oft monatelang weg von Zuhause, in Ländern, die ich hier lieber nicht nennen möchte. Das brennt aus. Zum Yard bin ich auf die Empfehlung meiner Vorgesetzten gegangen, wohl, weil ich für nichts anderes als dem Dienst an der Waffe geeignet bin. (er seufzt schwer) Hätte ich gewusst, was das für Konsequenzen hat, hätte ich lieber irgendwo Kisten gestapelt …

Wie sieht es in ihrer Freizeit aus? Können Sie von den aktuellen Fällen Abstand nehmen und abschalten? Wie gestalten Sie Ihre Freizeit?

Hin und wieder treffe ich mich mit anderen Veteranen der Army und wie sprechen über alte Zeiten, werfen Darts und trinken ne Menge (lacht). Wir sind zusammen durch die Hölle gegangen, das schweißt auf ewig zusammen. (er blickt ins Leere) Mit Page, meiner Frau, da hab ich manchmal sogar richtigen Urlaub gemacht oder andere, verrückte Dinge. Aber das ist lange her. Heute gelingt es mir kaum noch, von meinen Fällen Abstand zu nehmen. Ich gestatte es mir nicht, solange diese Irren dort draußen raumlaufen und Menschen töten …

Wenn Sie Ihr Leben mit 3 Worten beschreiben müssten, welche wären das?

New. Scotland. Yard.

Ihr aktueller Fall dreht sich um eine Mordserie, richtig? Was können Sie uns davon erzählen?

Eigentlich darf ich darüber nicht viel erzählen, laufende Ermittlungen, Sie verstehen? Andererseits ist es gut, wenn die Leute wissen, um was es geht. Die Presse hat ja nicht geschlafen. Es ist tatsächlich eine Serie. Die Mordopfer sind bisher immer Männlich, meist russischer Abstammung. Der oder die Täter gehen auf äußerst brutale Weise vor, dringen in verschlossene Wohnungen ein, als wären sie Geister. Und dann das mit der Haut, das ist schräger als alles, was ich bisher gesehen habe … ich nenne es Heimsuchung und weiß, wovon ich spreche, weil ich es schon einmal selbst erlebt habe … mehr sage ich dazu nicht!

Haben Sie Hilfe beim Lösen dieses Falles?

Da die Haut der Opfer mit komichen Symbolen bedeckt ist, habe ich mir Hilfe von der Symbologin Doktor Natascha Horvat geholt. Sie unterstützt mich in dem Fall, ist stets an meiner Seite, wenn die Ermittlungen laufen. Wenn sie mich fragen (er zwinkert), hat sie ne gehörige Macke, aber eine bessere Partnerin könnte ich mir nicht wünschen. Na, wir haben eben alle unseren Tick, stimmt’s? Ihr Fachwissen ist imens, auch wenn ihre Arbeitsweise wirklich gewöhnungbedürftig ist.

Ich beneide Sie ehrlich gesagt nicht um ihren Job. Sie sehen bestimmt viele grausame Dinge. Wie kommt man damit zurecht?

Die Bilder brennen sich unauslöschlich ein, das stimmt. Anfangs dachte ich, das es mit der Zeit zu einer Art gleichgüligkeit kommt, aber das stimmt nicht. Jeder Fall ist anders, jedes Opfer zerbricht etwas mehr von einem selbst. Meine Seele trägt schon viele Narben. Mein Ventil ist, diese perversen Schweine zur strecke zu bringen, aber Genugtuung verschafft es mir keine. Was tot ist, wird auf ewig tot bleiben.

Ich muss jetzt wieder das Thema wechseln, der Gedanke an die grausamen Dinge bekommt mir nicht. Wenn Sie eine Reise gewinnen würden und Sie sich das Reiseziel aussuchen könnten. Wohin würde es sie ziehen?

Hm, ich weiß nicht. Vielleicht irgendwohin, wo keine oder sehr wenig Menschen sind. Vielleicht nach Alaska oder Australien. Nein, bestimmt nach Alaska. Wenige Menschen, wenig Verbrechen, dafür viel Zeit sentimental zu werden (lacht schräg).

Die Zeit ist echt schnell vergangen, es ist schon wieder soweit und ich muss die letzte Frage stellen. Was halten Sie von Horror und Thrillergeschichten und Filmen? Lesen bzw schauen Sie diese gerne?

Sie werden lachen, aber ich glaube aus persönlichen Gründen an das Übernatürliche, auch wenn ich das öffentlich nie zugeben würde (zwinkert). Ab und an finde ich Zeit zum lesen, oder einen Film anzuschauen. Horror und Thrillergeschichten ziehen mich in einen Strudel, der stets in meinen eigenen Erlebnissen mündet. Ich beginne dann, alles zu hinterfragen und wünsche mir eine Waffe, um diesen Psychos aus den Geschichten ins Gesicht zu schießen! Aber das ist nun mal die Welt, die wir uns geschaffen haben!

Danke für das Interview, ich muss leider auch schon wieder los. Vielen Dank für Ihre Zeit Detective. Machen Sie es gut! (Ich reiche ihm schnell die Hand und verlasse das Cafe. Ich habe komplett die Zeit übersehen und komme bestimmt zu spät zu meinem nächsten Termin.)


Hier gibts noch ein paar Infos zu Marios neuestem Werk “DREIZEHN”


Seiten: 666
Detective Sergeant Ethan Ward vom New Scotland Yard wird mit der Aufklärung einer Mordserie in London betraut. Ein mysteriöser Täter verstümmelt auf bizarre Weise arglose Opfer und überzieht ihre Haut mit winzigen Schnitten in Form uralter mystischer Symbole, die einem bestimmten Muster folgen. Er hinterlässt dabei Spuren, die jeder Logik widersprechen.
Zusammen mit der eigenwilligen Graphologin Natascha Horvat verstrickt sich Ward in einem tödlichen Netz aus altägyptischer Mythologie und gefährlichen Geisterbeschwörungen.
Eine Spur führt sie nach Foulness Island zur Courtsend Psychiatrie, in der die Insassen unter dem harten Regime des rätselhaften Doktor Botkin anstelle von Namen Nummern tragen. Besonders Patientin Dreizehn weckt ihr Interesse, denn sie kennt Details zur Mordserie, die sie verdächtig machen. Doch wie kann sie von den Morden wissen, ruhiggestellt von Medikamenten und eingesperrt in eine Gummizelle?
Verbirgt sich hinter ihrer Schizophrenie mehr als nur eine gespaltene Persönlichkeit?

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