Rezension

Wenn das Meer leuchtet von Jessica Koch

Marie ist neu auf dem College. Hier in Kalifornien ist alles anders – und doch genau so, wie es für sie schon immer war: Ausgrenzung und Ablehnung bestimmen ihren Alltag, und so zieht sie sich in sich selbst zurück. Doch eine dramatische Bedrohung zwingt sie zum Handeln. Plötzlich wird ihr Leben zum Spießrutenlauf, und von einem auf den anderen Tag ist alles anders.

Denn was tust du, wenn derjenige, der dich bedroht, auf einmal der einzige ist, der dir beisteht? Können Menschen sich so grundlegend verändern? Kann aus Angst Liebe werden? Und ist diese stark genug, gegen alle Widerstände zu bestehen?

 
 Autor: Jessica Koch
Seiten: 300
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar
 
Ein so wunderschönes Cover, das wirklich die schönste Stelle im Buch zeigt. Ich liebe das Cover und es harmoniert perfekt mit dem Titel, genauso wie mit der Geschichte. Die Kapitel beginnen immer mit Zitaten/ Sprüchen, die sehr gut zum Inhalt des Kapitels passen und sehr stark zum nachdenken anregen. 

Die ersten Kapitel haben mir wirklich einiges abverlangt. Während dem Lesen habe ich ständig einen Knoten im Hals gehabt und hätte am liebsten ständig geweint, weil es extrem schlimm war, was Marie über sich ergehen lassen musste. Von der ersten Seite an habe ich mit Marie mitgelitten und das war wirklich grausam. Sie ist eine so liebe Person, die sich sofort in Mein Herz geschlichen hat, am liebsten hätte ich sie gerne ständig in die Arme genommen und sie beschützt. Ich habe auch ihre Zweifel anderen Menschen gegenüber total nachvollziehen können, Mobbing hinterlässt einfach seine Spuren. Und doch hat sie eine Stärke gezeigt, die mich einfach vom Hocker geschmissen hat. 

„Ich weiß schon, was du meinst. Ein Schiff, das im Hafen liegt, ist sicher, aber dafür sind Schiffe nicht gemacht. Das Gleiche gilt übrigens für Menschen.“

Dass Marie Angst vor Jayden gehabt hat, habe ich sehr gut nachempfinden können. Umso erstaunter war ich über seine Wandlung. Hinter dem oberflächlichen Typen, der die Mädels nach der ersten Bettgeschichte fallen hat lassen, wie eine heisse Kartoffel, kann doch in Wahrheit gar nicht so tiefgründiger und süßer Kerl sein, oder? Ich habe wirklich lange richtig Angst davor gehabt, dass er Marie nur benutzt und auf kurz oder lang verletzt. Und das, obwohl er eine wahnsinnig liebe Seite gehabt hat und Marie nach der Zeit wirklich gut behandelt hat und für sie da war. Aber der Knoten im Bauch hat einfach nicht verschwinden wollen. 

Vielleicht sind gerade die vergessenen, die schwierigen, die einsamen und die emotional verwundeten Menschen die Menschen mit den schönsten Seelen.

Dies war mein erstes Buch der Autorin, aber sicher nicht das letzte. Der Schreibstil war total fesselnd und hat mich alles mitfühlen lassen. Was mir auch sehr gut gefallen hat, war dass die Geschichte aus Maries Sicht geschrieben wurde. Das hat mir Maries Gefühle noch viel deutlicher vor Augen geführt und manches auch umso schlimmer gemacht. 

Wenn das Meer leuchtet, ist eindeutig ein Buch, das mich nachdenklich gestimmt hat und mich sicher noch einige Zeit mit den Gedanken daran zurück lässt. Nicht nur, dass ich Mobbing und einige schwerwiegende Schritte die damit zu tun haben und schlimme Überraschungen hier hautnah erlebt habe, habe ich außerdem viele wunderbare und mitunter auch tränenreiche Momente die Mut machen, voller Hoffnung, dem Glauben an das Gute, wunderschönen Orten, Liebe, Zusammenhalt, unglaublichen Protagonisten und Veränderungen erlebt. Definitiv ein Buch, das man gelesen haben sollte, mit einem sehr emotionalen Ende. Ich habe geheult wie ein Schlosshund. Irgendwie hoffe ich hier sehr stark auf eine Fortsetzung.

Wenn das Meer leuchtet, gibt es Hoffnung. Wenn das Meer leuchtet, wird sich alles ändern

 
 
 
 

 

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